Billigstrom

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Billigstrom durch WechselWir, die Verbraucher, wollen den Strom so günstig wie möglich beziehen. Ein Blick in das Internet genügt: Viele Energielieferanten bieten den Strom zu Tiefstpreisen an, nämlich: Billigstrom.

Doch was steckt dahinter und wo ist ein möglicher Haken bei diesen Angeboten?

Erst einmal gilt es, sich ein wenig kundig mit den geschäftlichen Gepflogenheiten der Energielieferanten zu machen. Die Verbraucherschützer sind hier eine gute Adresse und ihre Tipps schützten vor Kostenfallen und Übervorteilung. So manches Schnäppchen auf den ersten Blick entpuppt sich beim Studium des Kleingedruckten schlicht als ein unseriöses Angebot.

Die richtige Tarifwahl

Wer bei der Suche nach dem Billigstrom noch keine Erfahrung gesammelt hat, der tut sich mit der richtigen Tarifwahl schwer. Einen wahren Dschungel gilt es zu durchforsten. So gibt es:

  • Tarife mit Bonus
  • Pakettarife
  • Tarife mit Vorauszahlung

Tarife mit Bonus

Dieser Tarif wird gerne bei Neukunden angeboten. Es handelt sich hierbei um einen Neukunden- oder Sofortbonus und der ist per se noch kein Indiz für ein unseriöses Geschäftsgebaren. Erst einmal sieht das Angebot sehr verlockend aus und ein hoher Bonusbetrag schont allemal die Haushaltskasse. Doch Vorsicht ist geboten! Der vermeintlich so großzügig offerierte Bonus gilt im Regelfall nur für eine Vertragslaufzeit von 12 Monaten. Nach dem Ende des ersten Belieferungsjahres wird der Kilowattstundenpreis deutlich angehoben und der schöne Bonus vom ersten Jahr schmilzt mit jeder Abrechnung dahin. Wirklich sparen ist nur bei den Kunden angesagt, die rechtzeitig ihren Vertrag noch am Ende des ersten Belieferungsjahres kündigen und sich erneut auf die Suche nach einem neuen Billigstrom-Anbieter begeben.

Pakettarife

Steigende Stromrechnungen in den letzten JahrenBei einem Pakettarif wird eine bestimmte Stromabnahme mit dem Kunden zu einem festen Preis vereinbart. Auch hier ergibt sich vordergründig auf den ersten Blick ein preisgünstiges Angebot. Der berühmte Haken liegt hierbei in der fest vereinbarten Stromliefermenge begründet. Verbraucht der Kunde weniger Strom als vereinbart muss er trotzdem den gesamten Preis zahlen. Liegt die Menge über der vereinbarten Stromlieferung, wird im Regelfall nach einem sogenannten Strom-Mehrverbrauchs-Verfahren abgerechnet. Der Preis für diesen Mehrverbrauch ist in aller Regel erheblich höher als der vereinbarte Strompreis des vertraglich abgeschlossenen Bezugsrahmens. So wird aus einem vermeintlichen Billigstrom schnell ein teurer Stromtarif!

Dieser Pakettarif eignet sich nur für Kunden, die sehr genau ihren jährlichen Strombedarf abschätzen können. Schwankt die vereinbarte Stromlieferung um mehr als 10 % im Bezugsjahr lohnt sich erfahrungsgemäß ein Paketstromliefervertrag nicht.

Stromtarife mit vereinbarter Vorauszahlung

Verschiedentlich wird ein günstiger Tarif zusammen mit einer Vorauszahlung angeboten. Bei diesen Tarifen ist besondere Vorsicht geboten. Sollte der Anbieter während des Bezugs insolvent werden, ist die geleistete Vorauszahlung unwiederbringlich verloren.

Wenn diese Tarifform gewählt wird, dann ist unbedingt darauf zu achten, dass die Vorauszahlungen nicht als Jahrespauschale zu leisten sind, sondern monatlich abgerechnet werden.

Die Vergleichsportale im Internet

Im Internet gibt es Vergleichsportale wie

  • Check24
  • Verivox
  • TopTarif
  • Preisvergleich.de
  • Verschiedene andere

Natürlich werden auch 2016 die Strompreise weiter steigen. Will man als Privatkunde diesen Anstieg abmildern, dann gilt nur eins: weg vom Grundversorger! Momentan bieten fast 1.000 Stromlieferanten mit ca. 13.000 Stromtarifen ihre Dienste an und werben um die Gunst des Kunden. Hier helfen Vergleichsportale im Internet die Übersicht zu behalten und den geeigneten Billigstrom zu finden.

Aber Obacht! Es kommt auf die richtigen Filtereinstellungen bei den Tarifrechnern der Vergleichsportale an. Eine von Experten vorgeschlagene Voreinstellung könnte z. B. so aussehen:

  • Abschlagszahlungen monatlich
  • keine Paketpreise
  • eine maximale Laufzeit des Vertrages von 1 Jahr wählen
  • darauf achten, dass die Preisgarantie für mindestens 1 Jahr gilt
  • der Neukundenbonus sollte mit den Abschlägen verrechnet werden
  • kurze Kündigungsfrist ( 4 – 6 Wochen ist allgemein Standard)

Der Bonus

Bei den Bonus Zahlungen entstehen bei Neuabschlüssen oftmals Verwirrung. So ist nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich, an welche Bedingungen dieser Bonus geknüpft ist.

Die wichtigsten Bedingungen im Überblick:

  • es muss sich um einen Neuvertrag handeln, d. h. in den vergangenen 6 Monaten durfte kein Stromvertrag mit dem gewünschten BilligstromAnbieter bestanden haben.
  • wenn der Bonus als sogenanntes Begrüßungsgeld für Neukunden angepriesen wird, dann wird in der Regel die Auszahlung zeitnah nach Abschluss des Vertrages ausbezahlt.
  • bei den sonstigen Bonuszahlungen ist die Verrechnung mit der Schlusszahlung im 1. Vertragsjahr vorgesehen. Gute Lieferanten bieten hier auch die Verrechnungsmöglichkeit mit den monatlichen Abschlagszahlungen an.

Nach dem Stromvergleich kommt der Wechsel

Ist der neue Anbieter ausfindig gemacht, vollzieht sich der Wechsel in sehr einfachen Schritten. Niemand braucht ängstlich sein, dass nach dem Wechsel – vom Grundversorger weg und hin zum günstigeren Anbieter – der Kunde im Falle einer möglichen Insolvenz des neuen Lieferanten plötzlich ohne Strom da steht. In solch einem Fall müssen aufgrund gesetzlicher Regelungen die örtlichen Versorger – Stadtwerke oder kommunale Energieunternehmen – einspringen und die Versorgung sicherstellen.

Die Schritte im einzelnen:

  • in die Maske des Portals werden die Daten korrekt eingetragen. Hierzu zählen Angaben, wie Zählernummer, jährlicher angenommener Stromverbrauch, Kundennummer des alten Versorgers, Adresse mit Postleitzahl.
  • nach Eingabe und Abschicken ist ab jetzt der Billigstrom Anbieter in der Pflicht. Er wird den Stromliefervertrag beim alten Anbieter kündigen.
  • nach ca. 7 Arbeitstagen sollte eine Bestätigung des Vertragsabschlusses per Post mit dem exakten Lieferbeginn beim Kunden eingehen.
  • Sollten nachträglich irgendwelche Zweifel, ob der Neuvertrag richtig war, aufkommen, kann der Vertrag nach dem Fernabgabegesetz innerhalb einer Frist von 14 Tagen annulliert werden. Eine Begründung weshalb und warum ist nicht nötig.

Die Kündigung bei einer Strompreiserhöhung des neuen Lieferanten

Erhöht der neue Stromlieferant die Preise – meistens ist dies nach Ablauf des 1. Lieferjahres der Fall – hat der Kunde ein außerordentliches Sonderkündigungsrecht. Es gilt jedoch die Frist von 14 Tagen nach schriftlichem Eingang der Ankündigung zu beachten. Dieses Sonderkündigungsrecht gilt aber nur dann, wenn der Lieferant beabsichtigt, die Preise zu erhöhen. Sollte es Anpassungen von staatlicher Seite geben, kann das Sonderkündigungsrecht nicht ausgeübt werden. Die Kündigung wird wirksam, wenn sie innerhalb der 14-tägigen Frist entweder per Fax oder Einschreiben mit Rückschein beim Anbieter eingeht. Von einer Kündigung per Mail ist abzuraten.

Grundsätzliches zu den Stromtarifen

Schneller TarifwechselJeder Anbieter von Billigstrom hat natürlich nichts zu verschenken. Alle wollen – nein, müssen – Geld verdienen. Das ist das Geschäftsmodell. Die Boni und sonstigen Vergütungen dienen nur als Anreiz zum Wechseln. In den allermeisten Fällen werden diese durch kräftige Preisschübe in den Folgejahren wieder hereingeholt, wenn der Kunde nicht sofort nach Ablauf des 1. Vertragsjahres wieder wechselt. Generell lässt sich aber feststellen, dass ein Wechsel von den kommunalen Anbietern zu den günstigeren Anbietern in den meisten Fällen für die Kunden vorteilhaft ist. Die kommunalen Anbieter arbeiten im Regelfall mit einer Mischkalkulation in der auch die anderen kommunalen Leistungen – wie z. B. der Busverkehr oder Schwimmbäder – enthalten sind. Dies führt natürlich in der Konsequenz zu höheren Preisen bei den Stromtarifen.

Oft wird mit dem Argument: Wir liefern nur Ökostrom, geworben. Dies ist so nicht ganz korrekt und leicht irreführend. Die Kunden, die Ökostrom beziehen, erhalten ihren Strom erst einmal aus der gleichen Einspeisung, wie der konventionell belieferte Stromabnehmer. Es wird durch diesen Tarif lediglich sichergestellt, dass die Menge des verbrauchten Ökostromes insgesamt aus alternativen Quellen stammt. Dies bedeutet, je mehr Kunden sich für Ökostrom entscheiden, desto mehr müssen die Stromerzeuger aus alternativen Ressourcen bereitstellen. Es gilt auch beim Strombezug – wie bei allen anderen Dingen im Leben auch – Augen auf und sich nicht nur auf die Versprechungen der Anbieter kritiklos einlassen.